Biber

Der Biber (Castoridae) gilt als der größte Baumeister unter den Nagetieren, da der Biber-Burgenbau in seinem Leben eine wesentliche Rolle spielt. Er erbaut einfache Erdbaue, vollständige von Wasser umgebene Biberburg oder gräbt auch unterschiedliche Röhren. Das Revier wird von allen Familienmitgliedern mit Bibergeil oder Castoreum, einem öligen Sekret aus Drüsen am Hinterkörper, markiert und verteidigt. Zum Schutz vor Feinden liegt der Eingang immer unter Wasser. Wenn der Wasserstand nicht ausreicht oder zu stark schwankt, baut der Biber Dämme, um den Pegel zu erhöhen und konstant zu halten. Der Biberschwanz (Kelle) ist breit, abgeflacht und beschuppt. Das Fell besteht aus zwei Haartypen und wird regelmäßig mit einer speziellen Putzkralle (Doppelkralle) an der zweiten Zehe der Hinterfüße gekämmt und mit einem öligen Analsekret eingefettet und damit wasserabweisend gemacht. Der Biber besitzt je zwei Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer, die bis zu dreieinhalb Zentimeter lang sind und nie aufhören zu wachsen. Der Zahnschmelz auf der Zahnvorderseite ist orange und sehr hart. Eine kräftige Kiefermuskulatur ermöglicht die nötige Beißkraft für das Fällen von Bäumen.

Fortpflanzung / Paarungszeit (Brunft):

Sie leben in Familienverbänden, die in der Regel aus den Elterntieren und den letzten zwei Jungtiergenerationen bestehen. Zwischen April und Juni bringt das Weibchen ein bis vier Junge zur Welt. Die Jungen bleiben im ersten Monat im sicheren Wohnkessel der Biberburg. Der Nachwuchs wird von den Eltern und den älteren Geschwistern aufgezogen. Es herrscht eine sehr hohe Jungensterblichkeit, da im Frühjahr oft Hochwasser und starke Strömungen eintreten und die Jungtiere dabei ertrinken oder weggespült werden. Auch natürliche Feinde wie Greifvögel, Raubfische oder Füchse sind für die jungen Biber gefährlich.

Ernährung:

Biber sind Pflanzenfresser, die sich im Sommer von Wasserpflanzen und Wurzelknollen ernähren und im Winter Bäume fällen, um an die nährstoffreiche Rinde heranzukommen. Bevorzugt werden vor allem Weichhölzer wie Weiden und Pappeln.

Verbreitung:

Biber leben bevorzugt in langsam fließenden und stehenden Gewässern mit weichen Gehölzarten in Ufernähe. Das Wasser muss dabei tief sein, damit er darin schwimmen und tauchen kann, sowie darf das Wasser im Winter nicht bis auf den Grundzufrieren und es müssen ausreichend Bäume als Nahrungsquelle verfügbar sein. In Österreich ist der Biber in allen Bundesländern anzutreffen, wobei 2018 der Bestand auf insgesamt etwa 7.100- 7.800 Individuen eingeschätzt wurde