Wildkatze

Die Unterscheidung von Wildkatze (Felis silvestris) und Hauskatze ist nicht einfach – selbst für Experten. Insgesamt wirkt die Wildkatze wegen ihres dichteren dicken Fells kräftiger und größer. Typisches Merkmal ist auch der breite wuchtige Kopf, der dicke Schwanz mit schwarzen Ringen und schwarzem stumpfem Ende, die fleischfarbene Nase und die verwaschen getigerte Zeichnung. Diese Merkmale sind jedoch nur Hinweise, denn eindeutig läßt sich die Wildkatze nur Schädelmorphologisch und genetisch nachweisen. Bastarde zwischen Haus- und Wildkatzen sind möglich. Eigentlich gibt es nur eine Möglichkeit, Wildkatzen eindeutig zu bestimmen: Mit Hilfe der „Lockstock-Methode“ (mit Baldrian markierte Pflöcke, an denen sich die Katzen reiben) werden gesammelte Haare genetisch analysiert. Sie sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere, wobei sie meist Einzelgänger sind. Sie leben aber auch paarweise oder in Mutterfamilien. Kuder werden größer und schwerer als Katzen, ebenfalls haben die Männchen ein deutlich größeres Streifgebiet (ca. 1000 ha) als die Weibchen (ca. 300 ha). Die Wildkatze ist in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) genannt und gehört damit zu den europaweit streng geschützten Tieren. Ganzjährig geschont.

Fortpflanzung / Paarungszeit:

Die Hauptranzzeit fällt in die Monate Februar/März. In der Nacht sind die Liebesklagen vor allem des Kuders zu hören. Die Katze bringt nach einer Tragzeit von rund 9 Wochen im April/Mai 2 bis 6 Jungtiere zur Welt, die 9 bis 11 Tage blind, ca. 4 Monate gesäugt werden und nach 2 Monaten, die Mutter auf die Jagd begleiten. Ab Herbst sind die Jungtiere selbständig und suchen sich ein eigenes Revier. Katzen sind mit rund einem Jahr geschlechtsreif, Kuder später. Für die Jungenaufzucht werden schneearme Laub- und Mischwälder mit Alt- und Totholz bevorzugt.

Ernährung:

Ernährt sich vor allem von Kleinnager, aber auch Vögel, Säuger bis Hasengröße, Insekten und Amphibien. Aas nur äußerst selten.

Verbreitung:

Ursprünglich im Großteil Europas beheimatet, gibt es heute nur noch aufgesplitterte Restvorkommen. Heute kann in Niederösterreich und Kärnten wieder von Wildkatzenbeständen ausgegangen werden. Die Wildkatze hat besondere Ansprüche an ihren Lebensraum. Als „Grenzliniengängerin“ braucht sie große zusammenhängende Waldgebiete, aber auch kleine Lichtungen, im Wald verborgene Wiesen und Waldränder mit reichen Heckenstrukturen.