Wolf

Der zur Familie der Hundeartigen zählende Wolf (Canis lupus) und Urahn unserer Haushunde, kann sehr unterschiedlich gefärbt sein und reicht von weiß über rötlich bis schwarz. Das Fell der europäischen Tiere ist meist graubraun, im Winter heller und wesentlich dichter. Das Rückenfell hat häufig einen schwarzen Sattelfleck. Optisch ähnelt er einem Deutschen Schäferhund, allerdings sind Wölfe hochbeiniger und die Rückenlinie verläuft gerade, während sie beim Hund zum Schwanz hin abfällt. Außerdem ist der Schwanz gerade und buschig. Wölfe haben kleinere Ohren, die auch innen dicht behaart sind. Die tag- und nachtaktiven Tiere leben und jagen einzeln, in Paaren, in Familienverbänden oder in Großrudeln. Ein Rudel besteht aus den Elterntieren, den diesjährigen Jungen und einigen Jungwölfen aus den vergangenen Jahren. Es herrscht eine hoch entwickelte soziale Organisation, wobei es hier eine spezifisch männliche und spezifisch weibliche Rangordnung gibt. Die Wolfslosung enthält häufig Knochensplitter, die in Haare von Beutetieren eingewickelt ist. Die sehr guten und ausdauernden Läufer können Wanderungen von bis zu 150 Kilometer in 24 Stunden unternehmen. Die Reviergröße eines Wolfrudels in Europa beträgt zwischen 10.000 und 40.000 Hektar.

Fortpflanzung / Paarungszeit:

Junge Wölfe sind meist mit 22 Monaten geschlechtsreif. Nach der Paarungszeit zwischen Februar und März, werden nach einer Tragezeit von neun Wochen im April oder Mai meist zwischen vier und sechs Welpen in einer Wurfhöhle gewölft. Anschließend leben die Wölfe in Rudeln zusammen, wobei die Größe zwischen 4-9 Tieren liegt. Alle Rudelmitglieder kümmern sich um die Jungenaufzucht. Nach zwei bis drei Jahren verlassen die Jüngeren das Elternrudel und suchen sich einen Partner.

Ernährung:

Der Wolf ist ein Fleisch- und Aasfresser. Als Großraubtier ist er im Stande größere Beutetiere zu reißen, wobei vor allem das Schalenwild die Hauptbeute darstellt. Dabei macht der Hetzjäger vor allem auf ältere, kranke oder junge Tiere jagd, da sie eine leichte Beute sind. In der heutigen Zeit kommt es aber auch vermehrt zu Nutztierrissen, vor allem Schafe, Kälber oder Ziegen sind davon betroffen, die auf Almen nicht ausreichend geschützt sind. Fliehendes Vieh löst beim Wolf den Hetz-Instinkt aus, wodurch es vorkommt, dass mehr Tiere gerissen als genutzt werden können. Der Nahrungsbedarf ausgewachsener Wölfe liegt im Durchschnitt bei 2-3 Kilo Fleisch pro Tag, wobei er sowohl wochenlang fasten als auch nach einer erfolgreichen Jagd zehn Kilogramm auf einmal fressen kann.

Verbreitung:

Ursprünglich in ganz Europa heimisch, wurde der Wolf in Österreich wie alle anderen Großräuber gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Wölfe sind überaus anpassungsfähig und daher fähig, in klimatisch unterschiedlichsten Regionen zu überleben, von arktischen Gebieten bis hin zu Wüstenlandschaften. Die Art von Vegetation spielt als solches kaum eine Rolle, nur das Vorkommen von wilden Huftieren als bevorzugte Nahrungsgrundlage ist ein entscheidender Faktor. Aktuell geht man davon aus, dass zwischen 25 und 30 Tiere ihren Lebensraum wieder in Österreich haben.