Großes Wiesel (Hermelin)

Das Hermelin (Mustela erminea) gehört, ebenso wie sein kleinerer Verwandter das Mauswiesel oder kleines Wiesel (Mustela nivalis), zur Familie der Marderartigen. Gemeinsam mit dem Mauswiesel zählt es zu den kleinsten Raubsäugetieren. Obwohl sie an das Bodenleben angepasst sind, klettern und schwimmen sie gut. Sie sind tag- und nachtaktiv. Der langgestreckte Körper des Hermelins ist äußerst beweglich. Im Sommerhaar ist der Balg oberseits braun, die Unterseite weißlich, die Trennlinie dazwischen – im Gegensatz zum kleinen Wiesel– scharf. Das Haarkleid im Winter ist bis auf die schwarze Rutenspitze rein weiß. Wie alle Marder spürt sich das Wiesel im Paarsprung.

Fortpflanzung / Paarungszeit:

Die Ranzzeit findet zwischen April – Juli statt. Das Hermelin hat eine verlängerte Tragzeit, d.h. die Entwicklung des Embryos findet erst nach vielen Monaten Keimruhe – etwa im Februar – statt. Danach verläuft die Keim-Entwicklung sehr rasch und es werden nach rund einem Monat durchschnittlich 6 Junge geboren. Die Jungen sind zu Beginn nackt und blind und sind erst nach 3-4 Monaten selbstständig. Fähen werden noch im Geburtsjahr geschlechtsreif.

Ernährung:

Hermeline sind Einzelgänger und bewohnen Territorien, deren Größe vom Nahrungsangebot und Lebensraum abhängt. Hauptbeute sind Wühlmäuse. Bei Nahrungsknappheit kann sich das Hermelin gut auf andere Beute umstellen. Bei ausreichend Nahrungsangebot legen die Tiere gelegentlich Nahrungsdepots an.

Verbreitung:

Hermeline kommen bis über die Waldgrenze hinauf vor, meiden jedoch große geschlossene Waldgebiete. Sie bevorzugen abwechslungsreiches Gelände mit Wiesen und Hecken, besiedeln auch wassernahe Lebensräume. Gerne halten sie sich auch in der Nähe von Wirtschaftsgebäuden auf.