Jagd Österreich: Jagd in Österreich, Wildtierschutz, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit – ein Rückblick auf intensive Wochen

Was Jagd Österreich tagtäglich bewegt, ist vielen oft gar nicht bewusst. Zwischen politischen Gesprächen, wissenschaftlichen Kooperationen, internationalen Fachgremien, Wildtierprojekten, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und zahlreichen Abstimmungen im Hintergrund passiert weit mehr, als nach außen sichtbar wird.

Genau deshalb möchten wir künftig in unregelmäßigen Abständen Einblicke in unsere Arbeit geben – in Themen, Termine, Projekte und Gespräche, die uns in den vergangenen Wochen beschäftigt haben. Denn Jagd bedeutet heute weit mehr als das, was viele auf den ersten Blick damit verbinden. Jagd bedeutet Verantwortung für Wildtiere, Lebensräume, Biodiversität, Forschung und den laufenden Dialog mit Gesellschaft, Politik und Wissenschaft.

Ein Auszug des Arbeitsalltags des Jagd-Österreich-Teams der letzten Wochen.

Jagdpolitik in Österreich: Internationale Termine, Parlament und Behörden

Die vergangenen Wochen standen stark im Zeichen hochkarätiger nationaler und internationaler Termine.

Ein besonderer Höhepunkt war die 72. Generalversammlung des CIC, die heuer in Österreich stattfand und größer war als je zuvor. Mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt kamen zusammen, um über nachhaltige Jagd, Wildtiermanagement, Biodiversität und die Zukunft natürlicher Ressourcen zu diskutieren. „Wir Jägerinnen und Jäger sind 365 Tage im Jahr draußen in Verantwortung für die Natur. Wir bringen Daten, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse ein – und genau diese Kompetenzen müssen wir stärker kommunizieren“, so Franz Mayr-Melnhof-Saurau, Vizepräsident Jagd Österreich und Landesjägermeister Steiermark. Alle Highlights dazu lesen Sie im Artikel über die Generalversammlung.

Zeit zum Verschnaufen blieb nicht – kurz darauf folgten Gespräche im Parlament mit den Österreichischen Bundesforsten zu Jagdstrategie, Wolfsmanagement, Waldentwicklung und dem gelebten Forst-Jagd-Dialog. (Auf den Bildern: Jörg Binder mit NR Andreas Kühberger, Landesjägermeister-Stellvertreter Steiermark sowie Max Mayr Melnhof, Landesjägermeister Salzburg)

Ein weiterer Termin führte ins Gesundheitsministerium. Dort standen Wildbretvermarktung, Hygienepraxis und Wildtiergesundheit im Fokus. „Wenn Behörden unsere Expertise einfordern, zeigt das ganz klar, welche Verantwortung die Jägerschaft in Österreich trägt“, so Jörg Binder, Generalsekretär Jagd Österreich.

Weiters fand der Bezirksjägertag der Bezirksgeschäftsstelle Wien des NÖ Jagdverbandes unter Teilnahme des niederösterreichischen Landesjägermeisters Christoph Metzker, Geschäftsführer Leo Obermair, Norbert Walter, Landesjägermeister Wien, sowie Jagdstammtisch-Präsident GD Karl-Heinz Strauss statt. Ein zentrales Thema war die Datenerhebung im Rahmen des Monitorings der Raufußhühner. Dabei wurde betont, dass fundierte Daten über jagdbare Vogelarten nur durch das engagierte Mitwirken der Jägerschaft verfügbar sind. Erst durch den Einsatz der Jägerinnen und Jäger, die die erforderlichen Erhebungen durchgeführt und damit die verpflichtenden EU-Berichte umfassend unterstützt haben, konnte diese wichtige Datengrundlage geschaffen werden.

Max Mayr Melnhof, Landesjägermeister Salzburg, betonte im Rahmen der Veranstaltung die zentrale Bedeutung des Monitorings als eine wesentliche Säule der Jagd. Dabei wies er darauf hin, dass sich künftig auch die Österreichische Wildtierstiftung in diesem Bereich engagieren wird. Zugleich unterstrich er, wie wichtig es sei, sich mit den Entwicklungen und Herausforderungen rund um heimische Wildarten noch differenzierter auseinanderzusetzen, um eine verantwortungsvolle und nachhaltige Jagd auch für kommende Generationen sicherzustellen.

Großraubtiere in Österreich: Wolf, Bär und Luchs im Fokus

Auch Lutz Molter, stellv. Generalsekretär Jagd Österreich, war in den vergangenen Wochen österreichweit unterwegs. Unter anderem führte ihn die Arbeit nach Salzburg zur Jahreshauptversammlung des Österreichzentrums Bär–Wolf–Luchs.

Gemeinsam mit Ländern, Wissenschaft und Fachinstitutionen wurden aktuelle Monitoringdaten, Entwicklungen im Großraubtiermanagement und zukünftige Empfehlungen diskutiert.

„Wenn über Großraubtiere entschieden wird, braucht es belastbare Daten – und viele davon kommen direkt aus den Revieren,“, so Lutz Molter.

Auch bei Lutz war noch wesentlich mehr los, doch das würde den Rahmen sprengen, doch lesen Sie weiter und erfahren Sie, was Jagd Österreich noch so beschäftigt hat.

Wildtierforschung und Wissensvermittlung auf Jagdfakten.at

Für die Wildtierökologin Viktoria Toff standen bzw. stehen stets Wildtierprojekte, Forschung und Artenschutz im Mittelpunkt.

In Linz fand das heurige wildökologische Vernetzungstreffen statt (am Bild: Viktoria Toff als 3. v. l.). Die Eröffnungsworte fand LRin Michaela Langer-Weniger mit Diskussion zum Thema „Wildtiere und ihre Auswirkungen auf Grundbesitz, Jagd und Politik“. Weitere Themen waren etwa die Gamswildbejagung in Oberösterreich unter Berücksichtigung der FFH-Richtlinie, der Windkraftausbau im Lebensraum Wald im Hinblick auf fachliche Grundlagen und Berücksichtigung wildökologischer Belange am Beispiel der Steiermark oder die Federwildmanagementverordnung – diese Beispiele nur als einige von zahlreichen spannenden Themenfeldern.

Zudem arbeitet Viktoria laufend an Fachinhalten für Jagdfakten.at. Zuletzt entstanden etwa Wildtier-Steckbriefe über den Gänsegeier oder die Großtrappe, weitere sind bereits fertig und werden demnächst veröffentlicht. „Jeder Steckbrief schafft mehr Wissen und Verständnis für unsere heimische Artenvielfalt,“ so Viktoria.

Weitere aktuelle Artikel auf dieser umfangreichen Informationsplattform finden Sie direkt auf der Startseite – ein Klick zum Schmökern lohnt sich für Jäger ebenso wie für Nichtjäger.

Charity Shooting 2026 in Leobersdorf: Jagd für den guten Zweck

Ein Schwerpunkt der vergangenen und weiteren Wochen ist die Vorbereitung des Charity Shooting 2026 im Shooting Park Leobersdorf am 12. Juni.

Johanna Flir hält die Preisliste und Teilnehmerliste aktuell, Firmenpakete, Anmeldelisten und die organisatorische Umsetzung. „Bis zum 5. Juni kann man sich übrigens noch anmelden,“ verrät sie. Jagd Österreich ist Mitorganisator der Veranstaltung, allen voran muss natürlich auch der Shooting Park Leobersdorf genannt werden, ebenso das SCI Austrian Chapter und der Verein Grünes Kreuz.

Johanna behält im Büro von Jagd Österreich das Organisatorische im Blick, managt Termine und die Buchhaltung, kümmert sich um die Vorbereitung wichtiger kommender Veranstaltungen und hat stets ein Lächeln auf den Lippen.

Dank des Charity Shootings konnten im Vorjahr rund 16.000 Euro für die Österreichische Wildtierstiftung gesammelt werden.

Damit wurden bereits konkrete Projekte unterstützt – so ist der Aufbau der österreichweiten Wildtierdatenbank in vollem Gang, unterstützt wurde zudem ein Biodiversitätsprojekt in Tainach mit über 450 heimischen Gehölzen als vielfältige Unterstützung und Erweiterung des Lebensraums für Niederwild und Rehwild.

Informationen zum Charity Shooting finden Sie hier.

Die aktuelle Preisliste (die laufend um wertvolle Preise wächst) finden Sie auf unserem Instagram-Kanal.

Kitzrettung in Österreich: Kooperation mit Austro Control

Im Rahmen der Kooperation zwischen Jagd Österreich und Austro Control wurde auf Instagram ein Beitrag zur Rehkitzrettung veröffentlicht, der den praktischen Nutzen moderner Drohnentechnologie in den Fokus rückt: Wärmebildkameras an Drohnen ermöglichen das Aufspüren von im hohen Gras nahezu unsichtbaren Jungtieren, sodass diese rechtzeitig vor Mäharbeiten gefunden und in Sicherheit gebracht werden können.

Für diesen wichtigen Einsatz wurde zudem die Ausnahmeregelung LBTH 03 für Bestandsdrohnen ohne Class Identification Label erneut verlängert und gilt nun bis 1. Dezember 2026.

Damit bleibt der Einsatz dieser Systeme auch in der laufenden Saison weiterhin möglich. Mehr Infos im Post.

FIWI: Neue Forschungsprojekte für Wildtiermanagement und Jagdpraxis

Ein weiterer wichtiger Termin führte das Team zuletzt zum FIWI – Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie.

Im Rahmen der Generalversammlung der Fördergesellschaft standen der laufende Ausbau des Instituts, das bevorstehende 50-jährige Jubiläum sowie neue Forschungsprojekte im Mittelpunkt.

Drei jagdrelevante Projekte wurden dabei für die Förderung ausgewählt:

Rebhühner im Winter

Unter der Leitung von Matthias-Claudio Loretto wird untersucht, wie soziale Strukturen und Bewegungsmuster das Überleben von Rebhühnern in Agrarlandschaften beeinflussen.

Rotwild im Alpenraum

Friederike Pohlin erforscht Wanderbewegungen, genetischen Austausch und Gesundheitsdaten von Rotwildpopulationen über Ländergrenzen hinweg.

Wildtiergesundheit

Anna Kübber-Heiss untersucht langfristig Parasiten, Zoonosen, Infektionskrankheiten und gesundheitliche Entwicklungen freilebender Wildtiere.

Diese Projekte liefern wichtige wissenschaftliche Grundlagen für zukünftiges Wildtiermanagement in Österreich.

Ausführlichere Informationen dazu folgen.

Digitale Jagdkommunikation: Jagd sichtbar machen

Auch digital war in den vergangenen Wochen einiges los.

Michaela Landbauer begleitet laufend Websites, den wöchentlichen Newsletter, Social Media und ist in laufender Abstimmung etwa mit externen Autoren.

Regelmäßig werden Beiträge geteilt, Story-Reposts umgesetzt und gemeinsame Collab-Posts veröffentlicht. „Wir wollen die Jagd dort sichtbar machen, wo Menschen heute Informationen konsumieren – verständlich, interessant und faktenbasiert“, so Michaela.

Jagd erleben in Wien: Artenschutztage und Erntedankfest

Parallel dazu laufen bereits die Vorbereitungen für zwei wichtige Herbsttermine:

Anfang September (5.-6. September 2026) wird Jagd Österreich bei den Artenschutztagen im Tiergarten Schönbrunn vertreten sein.

Am darauffolgenden Wochenende, 12.-13. September 2026, folgt das traditionelle Erntedankfest am Wiener Heldenplatz.

Bei beiden Veranstaltungen wird Jagd Österreich die vielfältigen Aufgaben der Jagd für die Öffentlichkeit erlebbar machen. Vor allem wird es auch ein Rahmenprogramm für Kinder geben, um die Jagd mit Präparaten, Abwurfstangen, einem Ratespiel und mehr spielerisch erlebbar zu machen.

Das war nun lang und doch nur ein kleiner Einblick in die vergangenen Wochen bei Jagd Österreich. Viele weitere Gespräche, Projekte, Fachtermine und Abstimmungen laufen parallel im Hintergrund – oft dort, wo wichtige Weichen für die Zukunft der Jagd national und international gestellt werden.

Eines bleibt dabei unverändert: Jagd Österreich arbeitet Tag für Tag daran, die Jagd mit Fachwissen, Verantwortung und klaren Fakten sichtbar zu machen – für Wildtiere, Lebensräume und kommende Generationen.